Beauté du diable*

 

Gedankenverloren nippt Mark am Martini. Sein Blick schweift völlig absichtslos durch die Lobby des Hotels. Um diese Zeit sind Gäste kaum anzutreffen, außerdem fühlt er sich vollkommen fertig, ausgelaugt, viel zu überdreht, um schlafen zu können. Schlafen, vor allem ausschlafen müsste er. Morgen ist ein wichtiger Tag, er hat vor, den Deal seines Lebens zum Abschluss zu bringen. Dazu braucht er einen klaren Kopf! Schließlich geht es um Millionen.

 

Ein Hauch kalte Luft veranlasst ihn, in Richtung Eingangstür zu schauen. Ein teurer, schlicht geschnittener Nerzmantel betritt die Eingangshalle und strebt der Rezeption zu. Aufmerksam folgen seine Augen der dazugehörigen Person, mustern sie. Lackschuhe, geschnürt, Frackhose mit blauschwarzen Galons. Edles, klassisches Profil, Brilli am Ohr, Kurzhaarschnitt … höchstens 12 Millimeter. Mark atmet tief durch, trinkt einen Schluck seines Martini und denkt … reicher Schnösel! Vorsichtig stellt er das Glas auf den Tisch, denn seine Augen fokussieren den Fremden im Nerzmantel. Er hat etwas an sich, strahlt herausfordernde Willigkeit aus. Mark ist fasziniert. Er spürt seinen schnellen Herzschlag in der Hose, belauert den Fremden wie ein Raubtier, das Beute gewittert hat. Eigenartig für Mark, denn er hat sich noch nie für Männer interessiert. Seine Gedanken verrät nur die Zungenspitze, die genüsslich, langsam zwischen den Lippen gleitet. Als sich der Nerzmantel umdreht und in Marks Richtung läuft, muss er sich beherrschen. Geistesabwesend starrt Mark die Person an, hat Mühe seinen Mund geschlossen zu halten. Schon das Starren an sich ist unhöflich und passt so gar nicht zu ihm, geschweige denn in eine menschenleere Lobby. Die Person sieht eindeutig androgyn aus, perfekt neutrois. Interessiert mustert er es und trifft eine Entscheidung.

 

„So allein unterwegs … darf ich Sie auf einen Drink einladen?“, mit einem Lächeln um den Mund, „Bitte.“

Erstaunte, bemerkenswerte Augen mustern Mark.

„Warum?“

„Weil ich allein bin und gern mit interessanten Menschen plaudere.“

Abschätzend schaut Neutrois auf Mark, lässt keine Gefühlsregung erkennen und bemerkt dann trocken, hintergründig: „Und … was habe ich davon?“

„Wenn Sie nett sind, einen Drink …“, schelmisch schmunzelnd setzt er nach: „Und … eventuell einen angenehmen Ausklang des Abends.“

 

Diese Begegnung sollte vermieden werden! Jetzt war es zu spät dafür. Das Bild dieses Mannes steckt in der Akte des Verkäufers. Wenn das Date rauskommt, gibt es gewaltigen Ärger. Egal, Sasha ist eine Spielernatur. Elegant landet der Nerz über der Sessellehne. „Ok … ein Drink kann nicht schaden … aber nur einer!“ Vor diesem attraktiven, charismatischen Mann muss man auf der Hut sein. Was soll´s! Ein wenig Poker und Nervenkitzel kann nicht schaden.

 

Mark muss sich beherrschen. Neutrois hat wirklich einen Frack an! Dazu einen steifen Kläppchenkragen, mit Schleife … und Manschetten, deren Knöpfe wie zweikarätige Brillanten funkeln. Vollkommen korrekt, bis auf das weißseidene Korsett und zu viel Haut. Ein Korsett nach Art der spanischen Hoftracht. Die zarte Andeutung von Brust lässt Mark immer noch am Geschlecht des Neutrois zweifeln. Auch das Make-up zeigt leicht herb männliche Züge mit einem zauberhaft kleinen, weiblichen Mund.

 

„Haben die Herrschaften noch einen Wunsch?“, fragt leicht vorgebeugt der Kellner.

Mark ergreift die Initiative. „Trinken Sie einen Martini mit, oder möchten Sie ein anderes Getränk?“

„Danke, ich nehme auch einen Martini.“

„Zwei Martini, bitte.“

„Sehr wohl die Herrschaften, zwei Martini!“, im Sprechen verbeugt sich der Kellner leicht und verschwindet.

 

Sasha mustert Mark interessiert. Edle Freizeitkleidung in hellen Sandtönen, offenes Hemd, legere Haltung, gepflegte Erscheinung. Kein Ring an Marks Händen. Die Uhr von derselben Marke wie Sashas – UNION Glashütte.

„Entschuldigung, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Ich bin Mark ... Heim.“ Dabei strahlt er Sasha an, als hätte er einen Sechser im Lotto.

„Angenehm … Sasha ... Teufel“, mit leichtem Kopfnicken.

Mark fixiert Sashas Augen. „Sie heißen wirklich Teufel?“

Wieder das Nicken.

„Teufel … Satan … Luzifer … Beelzebub … Demon … Diable … Diavolo … El demonio …“, sinniert er laut, „Sind Sie es auch?“

„Was bin ich?“, fragt die rauchige Stimme mit lüsternem Unterton.

„Ein Teufel … oder Teufelin …?“, die gehauchte Antwort.

„Ich … habe keinen Pferdefuß,“, kommt prompt die ruhige Feststellung, „und … auch keine Hörner.“

Mark muss wissen, was hinter dieser Fassade mit der starken erotischen Ausstrahlung steckt, also sagt er, was er denkt: „Auch nicht … ein … Horn?!“ Und lenkt seinen Blick provozierend in Sashas Schritt.

Auffallend desinteressiert angelt Sasha die Olive aus dem Martini. Die Gedanken jagen sich, Mark ist so charismatisch, liebenswürdig arrogant und verdammt sexy. Jetzt nur nicht die falsche Antwort geben!

 

Le jeu commence! Das Spiel beginnt …

 

Mark starrt fasziniert auf diesen verdammt weiblichen Mund, den er erobern will! Innerlich fleht er: „Bitte ... lass es kein Mann sein!“

Verführerisch kreist die spitze Zunge um die Olive. Sashas Augen hypnotisieren ihn so, dass er fast die Antwort überhört.

„Interessiert sie das sehr?“

„Ja …“, schlicht und kompromisslos.

„Um das … zu erfahren“, aufreizendes Atmen … „gibt es NUR … eine Möglichkeit.“ Fragend hebt Sasha eine Augenbraue.

Dieses exotische Wesen mit der provokant, erotischen Aura hat ihn schon längst am Haken, trotzdem lässt er sich mit der Antwort Zeit, trinkt genüsslich den letzten Schluck Martini. Die Entscheidung überlässt er seinem Gegenüber. „Geben Sie mirdiese Möglichkeit?“

Ein Augenaufschlag: „Würden Sie bitte meinen Mantel tragen?“

Ohne zu überlegen steht Mark auf, legt sich den Nerz über den Arm und folgt Sasha.

 

„Sasha … gestattest du, dass ich dich entkleide und … berühre … überall …?“ Marks Hände streicheln schon den zarten Hals, noch vor der Antwort. „Dein Duft … exotisch betörend … ich hoffe auch überall?“

Sasha möchte diesen göttlichen Mann einfach nur ausziehen, so groß ist das Verlangen.

„Ja … aber kein Sex!“, und setzt Grenzen. Absichtlich! Der Körper zittert unter der Sanftheit zärtlicher Berührungen.

Den … du Schönheit … brauche ich nicht, wenn ich dich berühren und in deiner Sinnlichkeit ertrinken darf.“ Den Frack hat er achtlos über einen Stuhl geworfen, ohne Sasha loszulassen. Er möchte keine Gelegenheit geben, sich seiner betörenden Verführung zu entziehen. Nur mit den Händen einen Körper zum Schmelzen zu bringen, zu völliger Hingabe … Aufgabe … ist sein größter Traum. Seine Erfüllung könnte heute Wirklichkeit werden. Als Sasha aufstöhnt, weil seine Hände in Brusthöhe das Korsett streifen, raunt er: „Stell dir vor, du hättest kein Korsett an … wie sich das anfühlen würde … möchtest du … dort berührt werden?“

 

Leichtes zaghaftes Nicken, zu mehr ist Sasha nicht in der Lage, die Hautpartien, die Mark gestreift hat vibrieren. Es entsteht das Gefühl, Gänsehaut zu bekommen vor Erregung. Ungeduldig wartet Sasha auf die weitere Entkleidung. Wenn Mark so weitermacht, ist der Verstand in Gefahr! Der an der Wirbelsäule entlanggleitende warme Atem weckt Hoffnung auf eine ungewöhnliche Verführung.

Kundige Hände öffnen bedächtig die Verschnürung des Korsetts. Jetzt kann Sasha tief durchatmen, um die entstandene Erregung besser zu kanalisieren.

Häkchen für Häkchen gibt das Korsett weitere Haut frei. Mark fasziniert das wachsende Begehren in Sashas Augen. Mit dem letzten Häkchen fällt das Korsett. Zärtlich hebt er Sashas Kinn und streicht sinnlich über die Unterlippe. „Schau mich an … Schönheit, ich möchte in deinen Augen … meine … Berührungen sehen …“ Zehn Finger gleiten über den Hals, die Schultern zu den Händen. Lippen hauchen einen Kuss auf jeden Puls.

 

Sasha steht vor dem Verrücktwerden, will an den Nippeln berührt werden von seinen aufreizenden Fingern, auch seinen Mund dort gierig spüren. Was macht der besessene Kerl? Fährt mit dem Zeigefinger von den Lippen, über die Kehle, durch den kaum vorhandenen Busen.

„Süperb … reife Erdbeeren“, murmelt er hingerissen.

Warum fasst er mich nicht an, wie es jeder andere getan hat, der mit mir vögeln wollte? Verbissen bekämpft Sasha Enttäuschung und Wut, lässt den Empfindungen wieder Raum, um im Genuss zu schwelgen. Verblüfft geht der Blick auf den geöffneten Hosenknopf und den hockenden Mark, der die Lackschuhe von den Füßen streift. Sein brennender, begehrlicher Blick fixiert Sashas und der Reißverschluss der Hose öffnet sich Zähnchen … für Zähnchen. Unwillkürlich holt die Hüfte zum Schwung aus.

„Nicht doch … meine Schönheit … nicht so ungeduldig … ich möchte im Genuss der Erwartung schwelgen …“, und die Hose sinkt zentimeterweise abwärts.

Mit geschlossenen Augen lässt Mark die Hose sinken. Er ist nah genug, um den eindeutigen Duft weiblicher Erregung wahrzunehmen. Sanft bläst er seinen heißen Atem auf den Mittelpunkt zwischen den Schenkeln. Schmunzelt.

„Kein Horn! … hab ich ein Glück!“ Achtlos fällt die Hose und wird von ihr beiseite gekickt.



„Darf … ich … kosten?“ Zart fährt Marks Zunge über den hauchdünnen Stoff. Seine Finger zeichnen aufreizend sanft die Naht der Halterlosen nach.

Sasha schnappt nach Luft, stöhnt leise gurrend. Dann ist auch der String verschwunden. Mark dreht sie um. Sasha sieht im Spiegel eine nackte Frau, deren Körper sie nicht mag. Hinter ihr steht ein voll bekleideter Mann mit verlangenden Augen.

„Bezaubernd … schön und grazil … zerbrechlich!“, sanft führt er ihre Hände vor den Körper. „Bist du … zerbrechlich, meine Schöne?“

„Ich … weiß nicht …“, das ist ehrlich gemeint. „Willst du mich denn … zerbrechen?“, zischend zieht Sasha Luft zwischen den Zähnen ein.

Mark streichelt ihre Handteller so leise, dass es in der Wirbelsäule krabbelt.

„Halt still, Schöne … ganz locker … lass mich dich führen.“ Die kribbelnden Handteller berühren ihre üppigen Nippel und bewegen sich konzentrisch im langsamen Gleichklang mit diesem Mittelpunkt. Woher weiß dieser Mark, wie sie sich berührt, wenn die Sehnsucht zu groß ist. Er erregt sie mit ihren eigenen Händen, zart, geduldig. „Darf ich dich weiter berühren?“

Ein leises Stöhnen und erwartungsvolles Zittern reicht ihm als Antwort.


„Ich werte das als Zustimmung … ich hätte auch nicht aufhören können … nicht aufhören wollen, bevor du vollkommene Entspannung gefunden hast …“

Da Sasha verhalten schluchzt und ihr Körper bebt vor Erregung, muss sich Mark beherrschen, nicht schneller zu werden. Sein eigenes Begehren hat er immer noch völlig im Griff.

„Sieh dich an …“, mit offenen, verhangenen Augen betrachtet Sasha ihre eigene Begierde und stöhnt geräuschvoll, als sich die Bewegung ihrer Handteller in die entgegengesetzte Richtung ändert.

„So ist es gut … noch ein Weilchen, dann bist du köstlich nass … schau in den Spiegel, Sasha, dort steht eine wunderschöne, erotische Frau, die ihre Begierde genießt … ein vollkommenes Bild der Wollust.“ Als sie ihren hübschen Hintern gegen seinen Schritt stößt, legt er ihre Hände nach hinten. „Benimm dich, Kleines … du wirst schon alles bekommen … Geduld …“

 

Aber die hat Sasha kaum noch. Marks Finger drehen langsam ihre Nippel zwischen den Fingern, mit zunehmendem Druck bis ihre kehligen Töne sein Herz erfreuen. Mark liebt Frauen, die sich ihrer Lust mit jeder Faser ergeben. Wie Sasha, die ihren Rücken an seine Brust presst und den Kopf in den Nacken gelegt hat. Sinnlich berauscht liebkost er ihren Hals. Umschließt mit dem Fingerherz ihren Nabel und raunt ihr ins Ohr: „Hier, meine Schöne, werde ich meine Zunge tanzen lassen … bis alles glitschig ist und du zitternd bettelst um mehr.“

Sasha spürt jetzt schon, wie diese begierige Zunge ihren Nabel erobern wird. Seine Hände gleiten weiter … Diese Hände machen sie wahnsinnig. Zusammen mit den frivolen Ankündigungen erlebt sie eine Art von Verführung, der sie nicht widerstehen kann. Sie fühlt sich begehrt wie nie in ihrem Leben. Gefangen durch seine Arme, fast bewegungsunfähig, kann sie nicht anders, als sich den aufreizend sinnlichen Berührungen zu überlassen. Fasziniert sieht sie im Spiegel, wie seine Hände sich über ihre Scham schieben, ruhen … sanft massieren. Im gleichen Rhythmus streicheln die Daumen den sensiblen Mittelpunkt zwischen ihren Schenkeln. Dieses Bild brennt sich in sie ein, bis sie heftig bebend nachgibt.

Mark fängt Sasha auf, trägt sie zum Bett.

 

Sasha ist erschöpft. Die Verkaufsverhandlung zeigte sich schwieriger als von ihr angenommen. Mark, sehr gut informiert und exzellent vorbereitet zog in der Verhandlung alle Register, deren er habhaft werden konnte. Bis ins kleinste Detail war er darüber informiert, welcher Schaden durch das Verschulden des Managements angerichtet wurde. Wies nach, warum das Objekt vor dem Ruin stand. Wütend denkt Sasha an den Verkäufer der Gewerbeimmobilie, der sie mit unvollständigen und geschönten Unterlagen in diese Verhandlung geschickt hat. Dass sie einen Preis, noch über seinem Minimum erreichte, ist sicher nur ihrem Verhandlungsgeschick zu verdanken oder … dem Entgegenkommen von Mark.

Mark, dieser wundervolle, erotische Mann, der sie behandelte wie eine Kostbarkeit, der in der vergangenen Nacht die Frau in ihr anerkannte. Für Sasha ein nachhaltiges Erlebnis. Seine Verblüffung heute Morgen, als sie miteinander bekannt gemacht wurden, verbarg er hervorragend und wahrte auch während der Verhandlung die Kontenance. So war er auch in der Nacht gewesen, aufmerksam, liebevoll, unendlich geduldig. Wo andere Männer spätestens nach ihrem ersten Gipfel über sie hergefallen wären, wahrte Mark Coolness, verschaffte ihr mit seinen aufreizenden Händen Höhepunkt um Höhepunkt, schwelgte offensichtlich in dem, was er tat, genoss ihre weibliche Hingabe und Leidenschaft.

Sasha ist immer noch berauscht von dem anhaltenden orgiastischen Zustand, den sie durchlebte. Sie brennt darauf, Mark wieder zu gehören, willig zu sein, mit ihm sexuelle Leidenschaften zu erleben, von denen sie annimmt, dass sie alles bisher Erlebte übertreffen werden. Erstaunt stellt sie fest … sie will diesen Mann!

 

„Das wäre das bisherige Protokoll. Frau Professor Djábolowa ich glaube, die Ausformulierung des Vertrages können wir unseren Anwälten überlassen. Sind Sie einverstanden?“ Aus ihren Gedanken gerissen, nickt Sasha nur. Innerlich schmunzelt Mark, hat er sie doch genau beobachtet und kann sich denken, was in ihrem Kopf vorgeht. Ihre reizende Unterhaltung in der vergangenen Nacht ist scheinbar nicht wirkungslos an ihr vorbei gegangen. Mit dem Ergebnis ist er durchaus zufrieden. „Darf ich Sie zum Dinner einladen Frau Professor Djábolowa?“

„Sehr gern Herr von Alt Heim.“ Ihre leuchtenden Augen entgehen Mark nicht. „In einer dreiviertel Stunde würde ich sagen. Ihnen, meine Herren, wünsche ich Erfolg und guten Appetit. Für ihre Bedürfnisse habe ich ein Buffet bestellt. Ich danke ihnen vorerst, wir sehen uns später.“

 

Gedankenverloren verlässt Mark von Alt Heim den Konferenzraum. In seinem Kopf geistern Bilder von einer hingebungsvollen Frau. Heute hat diese beweisen, wie gut sie ihr Handwerk beherrscht. Aus unvollständigen, sicher auch geschönten Zahlenangaben hat sie das maximal Mögliche für ihren Kunden erkämpft, clever und tough. Diese Frau ist nicht nur verdammt sinnlich, sondern auch klug. Eine Kombination der Mark nicht widerstehen kann.

 

„Fertig!“. Kritisch betrachtet sich Sasha im Spiegel, sie ist zufrieden und fühlt sich herrlich weiblich. Glücklich könnte sie jetzt durch das Hotelzimmer tanzen. Sie hofft, Mark wieder beeindrucken zu können. Sie hat extra einen BH angelegt, damit sie nicht so flachbrüstig aussieht, dazu das quer gerüschte Brustteil ihres hellblauen Babydoll-Kleides: Bizarr altmodisch und sexy. Sasha liebt dieses Kleid. Als sie die Tür öffnet, steht Mark vor ihr.

„Exquisit … weiblich … zum Anbeißen!“ In seinen Augen leuchtet das Wissen der vergangenen Nacht. Sasha könnte ihm das Kompliment durchaus zurückgeben. Überlegt es sich anders, neigt nur huldvoll den Kopf, ehe sie den gebotenen Arm annimmt.

 

Sasha hat Mark gebeten, die Bestellung zu übernehmen und seinen Vorschlag akzeptiert. Das Restaurant, in dem sie sich befinden, hat einen sehr intimen Charakter. Kleine Nischen, keine Tische in der Mitte, dort befindet sich eine jetzt unbeleuchtete Tanzfläche. Es ist nur mäßig besucht. Das Besondere, sie erhielt eine Damenkarte für die Menüauswahl.

„Woran denkst du, meine Schöne?“, unterbricht Mark ihren Gedankengang. „Ich finde dieses Restaurant bezaubernd. Danke für diese Einladung.“

„Du siehst reizend aus in diesem Kleid, eine Einladung zum Genießen.“

„Woran denkst DU dabei?“, schelmisch lächelt Sasha.

„Das verrate ich dir, wenn wir … allein sind.“, hintergründig charmant, denk er doch an die vergangene Nacht. Außerdem interessiert ihn, wie sie das aufreizende Dekolleté gezaubert hat. Ihre Brüste sind kleine, süße Hügelchen wie bei einer 13 jährigen. Dafür will er die Erdbeeren wieder kosten und verwöhnen, die prallen überdimensionierten Nippel. Sie sind besonders empfindsam und Sasha schien es genossen zu haben.

„Du möchtest wieder mit mir allein sein?“ Sie will es auch. Und wie! Vorsichtshalber fragt Sasha aber nach, nicht, dass sie sich zu früh freut. Ihr Körper reagiert auf Mark und sie möchte nichts lieber, als sich ihm selbstlos hingeben. Dieses Gefühl verunsichert sie und treibt sie an. Es ist neu, ungewohnt und gleichzeitig köstlich.

„Ja … ich möchte dich wieder in meinen Armen halten, dich verwöhnen. Allerdings nicht heute.

Wir werden den Vertrag prüfen müssen und morgen Vormittag ist die Unterzeichnung durch Herrn Katzschreck. Es wäre sicher für deine Image nicht günstig, wenn er mitbekäme, dass wir Zeit miteinander verbracht haben.“ Mark fällt es verdammt schwer, dieses Zugeständnis zu machen.

Schweren Herzens stimmt Sasha diesem Vorschlag zu, verkneift sich ihre Frage trotz allem nicht. „Wie meinst du, soll er das mitbekommen?“

 

Mark weiß, dass es nicht nur Streicheleinheiten geben würde. So wie sie darauf reagiert hat, wird sie sich auch beim Sex auf ihre Gefühle verlassen und er hat vor, das genussvoll auszukosten.

„Heute Morgen hat es keiner gemerkt, wie weiblich, aufgeblüht du in dem Business Dress gewirkt hast. Das könnte Herr Katzschreck aber auffallen. Ich will dir das nicht antun. Möchte nicht, dass deine Coolness ihm gegenüber verloren geht und aufgesetzt wirkt. Versteh mich nicht falsch, ich möchte den Vertrag unterschreiben und das ohne Komplikationen auf beiden Seiten. Wann hast du deine Abreise geplant?“

„Für Morgen, warum fragst du?“

„Ich wollte noch ein, zwei Tage hier bleiben. Vielleicht hast du genug Lust, … um sie mit mir zu verbringen?“ Mark ist über seine Einladung überrascht. Es zeigt ihm, wie sehr er diese Frau begehrt. Das hat er noch nie gemacht … auf Geschäftsreisen etwas Ernsthaftes zu versuchen. Wenn Sasha ja sagt, muss er seine Buchung verlängern.

Galons „Das hängt von Herrn Katzschreck ab, wann er mit mir das Abschlussgespräch geplant hat. Persönlich würde ich gern noch hier bleiben.“ Sasha weiß wirklich nicht, was ihr Auftraggeber geplant hat. Sie hat ihn nur wissen lassen, dass sie noch eine Woche unabkömmlich ist.

Ehe sie antworten kann, serviert der Kellner die Vorspeise des Menüs, und sie wechseln das Thema.

 

In der eleganten Hotelsuite sitzt Mark von Alt Heim am Schreibtisch, den unterzeichneten Vertrag in der Hand. Dr. Bruno Steinbrech hat ganze Arbeit geleistet und sein Vertrauen verdient. Während ihres Abschlussgespräches hat er ihm den Anwaltsvertrag überreicht. Sie werden weiterhin zusammenarbeiten. Mark wird die runtergewirtschaftete Gewerbeimmobilie zur reibungslosen Produktion führen und an den Meistbietenden verkaufen. Zaghaft klopft es an der Tür. Seine Augen blitzen vergnügt, als er Sasha sieht. Dann bemerkt er erst die Reisetasche neben ihr.

„Was ist los?“
„Ich muss mich verabschieden, leider ist kein Zimmer mehr frei …“, Sasha sieht verwirrt Mark an, denn der lächelt, und nimmt ihr die Tasche ab.
„Komm tritt ein meine Schöne … ich gebe dir Obdach und … wenn du nicht in mein Bett möchtest, kannst du … hier auf dem Sofa schlafen.“ Kopfschüttelnd über die Frotzelei betritt sie die Suite.
Du willst mich in … deinem Bett haben?“
Mark zieht ihren Rücken an seine Brust, raunt: „Ja, das möchte ich!“, knabbert am Ohrläppchen, liebkost den Hals. „Dein Duft macht mich schon heiß …“ Sasha schnurrt, „jetzt schon … es ist doch erst Nachmittag?“
„Ist das so wichtig? Ich hätte dann noch mehr Zeit, dich zu verwöhnen … und es zu genießen … stundenlang … bis du vollkommen zufrieden bist.“ Frech fahren seine Hände unter das Top, spüren Haut wie Samt. Sie bei Tageslicht zu befriedigen stellt er sich sehr erotisch vor, kann er doch alles besser sehen, mit Genuss in der Sinnlichkeit ihres Körpers schwelgen, jede Regung wahrnehmen, sich intensiv um sie kümmern.
Bereitwillig hebt Sasha die Arme. Sie will ihn auch, schon seine rauchige Stimme macht sie an, weckt Begehren. Schnell trägt sie nur noch Haut, wird atemlos, als Mark provozierend fragt: „Darf heute auch … Sex … im Verwöhnprogramm sein, meine Schöne?“

Sasha möchte antworten, nur schwinden ihr fast die Sinne bei seinem reizvollen Spiel mit ihrer Lust. Fast zwei Tage hat sie auf diesen Genuss gewartet, quälende Stunden in der Hoffnung auf Erfüllung, einer Erfüllung, der sie jetzt entgegen fiebert. Gierig nach jeder noch so zarten Berührung seiner Hände, Lippen … seines Körpers. Er muss doch spüren, wie sehr sie ihn begehrt! In ihrer hilflos, verzweifelten Sinneslust presst sie ihren Po in seinen Schoß, windet sich in seinen Armen. Diese langsame Sanftheit bringt sie noch um. Sie möchte Schreien, Betteln, Drohen – „Mach endlich, und quäl mich nicht länger!“ – Sie bringt nur ein gepeinigtes Stöhnen hervor.  

 

Mark ist entzückt. Sanft rollt er die reizenden Beeren zwischen seinen Fingern, haben sie doch jetzt die Röte von reifen Erdbeeren. Und … er wird weiter in ihrer herrlichen Sinnlichkeit schwelgen, sie zu berauschenden Höhepunkten führen, von ihr kosten! Sanft legt er seine Beute auf die Kissen. Verzückt sieht Sasha Mark beim Ablegen der Kleidung zu. Ein Körper, geformt wie die Statue Davids wird Stück für Stück entblättert. Männliche Vollkommenheit und Kraft aufs Köstlichste vereint. Sasha stöhnt begeistert auf.

„Die …“, ihr eindeutiger Blick liegt auf seinem Schritt, „… auch ausziehen!“ Ein gehauchter Befehl. Sie will das, was sich unter dem Stoff abzeichnet auch sehen, will wissen! Aufgeregt wandert ihre Zunge über die Lippen. Der Slip fällt. Sashas Augen werden vor Begeisterung größer. „Komm her … du wundervoller Mann …“, heiser, verlangend.

 

Mark fühlt sich begehrt. Sashas aufgeregte Erwartung zieht ihn an. Zittrig sanfte Hände umfassen seine Länge. In der Berührung spürt er ihre Begierde auf ihn … als Mann. Das hat er bisher bei keiner Frau erlebt! Vorsichtig nimmt er ihre Hände und drückt sie über ihrem Kopf in die Kissen.

„Langsam … meine Schöne … erst bist du an der Reihe …“ Mark will dieses sinnliche Weib wie letztens verwöhnen, sich an ihren Reaktionen berauschen, bis er nicht mehr anders kann, als sie zu nehmen. Langsam mit Genuss.

 

Wie ein Orkan rauscht Sasha Hitze durch jede Zelle, reißt sie mit und lässt sie wieder frei. Der Mann ist ein teuflisch guter Verführer denkt sie noch, ehe sie sich ihm überlässt und der nächste Orgasmus durch, über, um … sie brandet und das Letzte bisschen Zaghaftigkeit ausbrennt. Endgültig landet sie im Sein. Keucht, stöhnt ergeben mit der nächsten Eroberung des Gipfels, ausgelöst, durch das bloße sanfte Eindringen von Mark. Wie durch Nebel hört sie sein Geflüster …

„Jetzt Liebste … noch etwas sinnlichere Power … der Höhenflug beginnt!“

 

Nach einer erfrischenden Dusche liegt Sasha an Mark geschmiegt und hat das Gefühl, immer noch tanzende Lichtpunkte von den durchlebten Orgasmen zu sehen. Sie ist zufrieden, träge und glücklich wie noch nie in ihren Leben.

„Liebster, du bist ein sinnlicher Teufel.“

Mark lacht leise. „Heißt dein Name nicht Frau des Teufels in der Übersetzung?“ Wohlig räkelt sie sich an seinem Körper. Schaut Mark ernst in die Augen.

„Ich bin aber nicht … deine Frau.“ Sasha meint, was sie sagt, obwohl sie liebend gern ein Wörtchen aus dem Satz streichen würde.

Marks Grinsen ist diabolisch. „Wer weiß … vielleicht ändert sich das im Laufe der Zeit.“ Er küsst sie hingebungsvoll verlangend.

Mit dieser Antwort ist Sasha mehr als zufrieden. Fühlte sie sich vor drei Tagen noch als absolute Außenseiterin, wollte keine Frau mehr sein. Hasste ihren, nach ihrer Meinung, unvollkommenen Körper. Nur im Job wurden ihre Kenntnisse anerkannt und sie wurde fürstlich bezahlt.

 

Die Erlebnisse der vergangenen Tage kommen ihr wie ein Salto mortale vor - ohne Netz und Boden. Eine glückliche Landung steht in Aussicht. Hingebungsvoll erwidert sie Marks Kuss und wundert sich nicht darüber, dass er es schafft, sie bereits wieder zu verführen.

 

* Die Schönheit des Teufels

©murr