Irina

 

„Fertig!“, erleichtert entringt sich ihr dieser Stoßseufzer. Sie arbeitet nur in Teilzeit. Was heißt nur … vier Stunden, drei Tage die Woche. Richtige Plackerei und Stress sind das. Sie muss eigentlich nicht arbeiten, hat diesen Job nicht wegen des Geldes. Was Irina ehrlich zugibt: Sie arbeitet, weil sie den Kontakt mit den Kollegen braucht und ihr zu Hause sonst die berühmte Decke auf den Kopf fällt.

 

Heute ist Freitag. Ihr eigener Anspruch: Freitags wird alles erledigt, damit das Wochenende wirklich zur Erholung genutzt werden kann. Diesem Anspruch ist sie soeben „gerecht“ geworden. Als es ihr bewusst wird, schüttelt Irina den Kopf, ärgert sich, dass sie wieder den ganzen Haushalt allein erledigt hat. Die von Bert vorgeschlagene Haushaltshilfe lehnt Irina ab. Sie will keine Fremde im Haus, die sie ständig kontrollieren muss. Irina mag Kontrolle nicht. Im Stillen verspricht sie sich, das nächste Mal erledigt sie den freitäglichen Hausputz bestimmt nicht allein! Bert wollte ihr immer helfen. Sie ließ es nur nicht zu! „Zu blöd auch!“, rügt sie sich selbst. Vielleicht sollte sie doch langsam ihren Plan verwirklichen. Ihr fehlt nur die Idee, wie sie es anstellen könnte, ohne Vordergründigkeit und zu heftige Veränderungen in der Beziehung mit Bert. Sie hofft, dass es bald eine günstige Gelegenheit dazu geben wird.

 

Geduscht, frisch ausgeputzt, in dem roten, tief bis zum Nabel ausgeschnittenen, leichten Minikleidchen dreht sich Irina vor dem großen Spiegel. Sollte sie den Stoff fixieren, der über ihren hohen, festen Brüsten spannt? Sie entscheidet sich dagegen, als es an der Tür klingelt. Bert ist das bestimmt nicht, dafür ist es zu zeitig, außerdem hat er einen Schlüssel. Das zweite Klingeln fällt  stürmischer aus. „Ich komme!“, ruft sie im Flur und öffnete die Tür.

 

Es i s t Bert!

Irina lächelt ihn an, freut sich, als sie das Aufblitzen seiner Augen bemerkt. Bingo!

 

„Wie siehst du denn aus? So gehst du an die Tür?“, bellt er sie an, ehe er diese schließt. „Wen hast du erwartet, dass du dich aufdonnerst wie eine billige Nutte …“ Irina versteht die Welt nicht mehr. „Sag schon, du … wen hast du erwartet …“, Bert versucht sie zu greifen, „du … Schlampe?!“ Er erwischt das Kleid und zieht einen Träger nach unten. „Ihr wolltet euch wohl noch ein inniges Stündchen gönnen, ehe der gehörnte Trottel nach Hause kommt …“ Irina löst sich aus der Starre, flüchtet ins Wohnzimmer. Vor Wut bekommt sie kaum Luft. Sie ist außer sich. Das kann er mit ihr nicht machen! Sie wird ihm Manieren beibringen, dass ihm Hören und Sehen vergeht! Na, warte, mein Lieber! Als sie hört, dass er das Wohnzimmer betritt, dreht sich Irina um. Schaut ihrem Göttergatten kalt in die Augen, befiehlt: „Zieh dich aus! Alles!“, schneidend wie eine Damaszenerklinge.

 

„Wie … bitte?“ Bert reißt verblüfft die Augen auf.

 

„Ich wiederhole mich nicht gern … A u s z i e h e n!“  Irina atmet tief ein. „Und … etwas schnell!“, blafft sie. Bedächtig beginnt er, sein Hemd aufzuknöpfen. Berts Gedanken rasen. Irina steht vor ihm wie eine Rachegöttin, halb entblößt und … verführerisch sexy … eine einzige Einladung vor ihr auf die Knie zu fallen und ihr zu huldigen. Jetzt knurrt sie: „Schneller!!“ Blitzschnell ist er ausgezogen, wirft die Sachen achtlos auf den Stuhl.

 

„Aufräumen!“ der nächste Befehl.

 

Sein verständnisloser Blick reizt sie. „Deine Sachen natürlich, oder du bügelst sie gleich!“

 

Irina zwingt sich zur Ruhe. Berts Erregung ist nicht zu übersehen. In ihren Eingeweiden summt es, Hitze baut sich auf. Ihre noch nicht verrauchte Wut hilft ihr, der Hitze zu widerstehen. „Dich scheint das anzutörnen … die Vorstellung … ich und ein anderer Mann!“ Sie hebt eine Augenbraue. „Ab in die Ecke, Hände auf den Rücken! Dort kannst du dir überlegen, ob du noch einmal dummes Zeug über mich denkst.“ Als Bert in der Ecke steht, kommt noch: „Du bleibst dort, bis ich etwas anderes sage! Die Hände auf den Rücken!“, weist Irina Bert erneut an, als er zögert.

 

Das tut gut, jetzt geht es ihr etwas besser. Die Tür des Zimmers lässt sie weit offen stehen, als sie es verlässt. Vor dem Spiegel des Schlafzimmers muss sie sich betrachten. Sie sieht richtig verrucht und lüstern aus. Gelockte Strähnen haben sich gelöst. Der Oberkörper ist halb entblößt. Sanft streichelt sie die straffen Rundungen der Brüste, kostet die Empfindsamkeit der nackten Haut. Langsam verraucht ihre Wut. Darüber, was sie in den letzten Minuten getan hat, denkt sie lieber nicht nach. Unmöglich! Dass  S I E so ausgeflippt ist. Nach fast zwanzig Jahren Ehe! Als ob die Jahre etwas dafür können, dass sie ihrer Harmoniesucht mit Hingabe frönte. Im Spiegel sieht sie, dass sich Bert bewegt. „Zappel nicht rum! Wer in der Ecke steht … hat still zu stehen!“ Ihre Betonung liegt eindeutig auf still. Was macht sie jetzt nur mit dem nackten Kerl in der Ecke? Steht da wie ein Schulbub mit gesenktem Kopf. Schulbub! Das ist das Stichwort! Hat Irina bisher nur aus Wut und aus dem Bauch heraus gehandelt, jetzt erscheinen klare Gedanken und Bilder im Kopf.

 

Vor Wochen war es. Sie lag befriedigt und zufrieden an Bert gekuschelt. „Irina, Liebste.“ „Was gibt’s, mein Wilder?“, schnurrte sie zufrieden. „Willst du … noch mal? Vielleicht … könnten wir´s versuchen“, kicherte sie, „einmal ... ginge sicher noch, eh ich ganz hin bin.“ „Stimmt, so wild war es schon lange nicht mehr. Nein, ich habe einen anderen Wunsch.“ „Hmh … was wünschst du dir denn?“ - „Na, ja, … ich weiß nicht wie ich´s sagen soll. Es ist schwierig. Versprichst du mir, dass du nicht böse bist?“ Sie verstand das Gestammel nicht, reagierte genervt. „Nun spuck´s schon aus, wir sortieren es dann gemeinsam. Okay?“ –

 

„Ich wünsche mir, dass ich nicht immer das Sagen habe, ich meine, die Verantwortung habe. Jeder will immer was von mir, das nervt mich langsam gewaltig. Keiner sagt mir, wo´s langgehen soll.“ Irina hörte gut zu und verstand nichts. „Und wie soll das konkret aussehen?“ „Ich möchte, dass du das Heft in die Hand nimmst.“ - „Halt mal an, mein Lieber, ich kümmere mich schon um alles im Haus, was sollte ich denn deiner Meinung nach noch tun?“ Sie klang frustriert. „Das musst du mir schon genauer erklären.“, setzte sie deshalb nach. „Ich liebe dich Irina. Unser Sex ist auch ok. Trotzdem wünsche ich mir von dir, dass du sagst, was ich tun darf, soll … oder auch nicht … mich vielleicht auch bestrafst, wenn ich nicht mache, was du willst.“ - „Dich bestrafen?“, fragte sie ungläubig. „Warum denn … oder willst du SM Spielchen? Du weißt, dass ich nicht darauf steh. Ich glaub du hast ne Schraube locker, oder hast du in der Kanzlei Ärger?“ - „Nein, nein! Keines von beidem. Ich würde mich freuen, wenn wir … eine weiblich geführte Beziehung aufbauen würden.“ - „Aha, ich weiß zwar immer noch nicht genau, was du willst, aber ich werde drüber nachdenken und mich schlaumachen. Eines gefällt mir aber schon …“ Irina grinste hintergründig, „dass mit dem Bestimmen werde ich gleich in die Hand nehmen …“ Sie griff zu, streichelte ihn, den samtigen, schon wieder stahlharten Besten und murmelte. „Ja, mein Süßer, du darfst mich noch mal verwöhnen … ich bin schon wieder hungrig …“ Und diese Nacht wurde noch viel, viel wilder.

 

„Welcher Teufel hat mich nur geritten? Irina so runter zu putzen und zu beleidigen.“ Bert schimpft heftig mit sich selbst. Sie flirtete zwar gern und viel, aber hat ihm bisher nie Anlass zu Eifersucht gegeben. Im Gegenteil die aufgestauten Gefühle wurden anschließend gemeinsam abreagiert. Sein Mund verzieht sich lächelnd, als er an die superheißen Aktionen denkt. Ähnlich der wilden Nacht vor einigen Wochen. Er hatte sich endlich getraut, Irina seine geheimsten Wünsche anzuvertrauen. Seitdem ist seine Welt aus den Fugen geraten. Bert wird das Gefühl nicht los, dass sich Irina immer mehr zurückzieht und er weiß nicht warum. Das macht ihn zunehmend unsicher, nervös und reizbar. „Scheiße!“, flucht er wieder. Nackt in der Ecke zu stehen untergräbt sein Selbstwertgefühl.

„Zu blöd auch!“

 

Die neue Praktikantin der Kanzlei hat ihn heute ständig angemacht. Ihre übergroßen Brüste schienen echt zu sein, der „Breite Gürtel“ ist für´s Büro entschieden zu kurz und der Ausschnitt des Shirts gehörte verboten. Jedes Mal, wenn sie eine Frage hatte, kam sie ausgerechnet zu ihm, präsentierte ungeniert ihre gesamte Fülle. Bert mag keine großen Brüste. Er findet es grauenvoll, wenn Frau ihn reitet und ihm dabei die Brüste um die Ohren haut. Die kleinen, empfindsamen und stolzen Früchtchen, mit denen er zärtlich spielen kann, interessieren ihn viel mehr. So wie Irinas … STOP! Irinas entblößte Brust? Sie sah so anders aus? Aber was? Er wollte nachsehen, was es war, er wollte sich umdrehen … Schon fauchte sie, er solle still stehen. Was war nur in sie gefahren, sie benahm sich doch sonst nicht so aggressiv?

 

Sein Schwanz stand immer noch, wollte einfach nicht aufgeben. Wieder befand sich die üppige Praktikantin in seinem Kopf. Immer wenn sie ihn aufsuchte, war er auf dem Sprung, um notfalls zu zupacken, für den Fall, dass sich die Oberweite verselbstständigen sollte. Er war halt auch nur ein Mann, dazu noch frustriert und ausgehungert. „Ausgehungert von der eigenen Frau!“ Womit hat er das bloß verdient? Sein Frust schlägt langsam in Wut um, in Selbsthass. Was hat ihn in sein Gehirn gestochen, als er sein sündig zurechtgemachtes Frauchen in der Tür stehen sah? Er weiß es nicht. Bert weiß nur, dass er Scheiße gebaut hat. Dafür steht er jetzt in der Ecke! Seinen Schwanz scheint es nicht zu stören, er steht. Langsam schmerzt es. Er muss pinkeln!

 

„Was hampelst du so rum? Gefällt es dir nicht, in der Ecke zu stehn?“ Irina grinst in sich hinein. „Nein, es gefällt nicht – ich muss dringend pinkeln!“, brummt Bert. „Dann geh und komm wieder zurück!“ Nur keine Schwäche zeigen, soll er ruhig spüren, dass ich sauer bin. Zeit zum Widersetzen darf er auch nicht bekommen. Er wollte doch, dass er dominiert wird. Nun muss er die Suppe auslöffeln, die er sich eingebrockt hat. „Danach bereitest du den Nachmittagskaffee für uns zu.“

 

Kritisch betrachtet Irina den gedeckten Tisch. Bert hat nichts vergessen, alles hübsch angerichtet und sogar die Sammeltassen - die Guten von der Oma - auf den Tisch gestellt. „Danke, das hast du gut gemacht.“ Als Belohnung streichelt Irina aufreizend über sein nacktes Gesäß. In Bert keimt Hoffnung, dass der Tag doch noch gut ausgeht. „Dein Kuchen schmeckt wieder köstlich!“, stellt Bert um Versöhnung bemüht fest. „Gibt es einen Grund, dass du ihn gebacken hast?“ Dass er ihm schmeckt sieht Irina, schaufelt er doch ein großes Stück mit Sahne in seinen Mund. „Nein einen bestimmten Grund gibt es nicht, es ist nur Wochenende. Außerdem ist es dein Lieblingskuchen.“ - „Besten Dank für meinen Lieblingskuchen!“, versucht Bert wieder zu vermitteln. „Meinst du, dass du deinen Lieblingskuchen verdient hast?“ Bert verschluckt sich fast. „Ich denke schon.“ Ohne zu überlegen spricht er weiter. „Ich habe ihn verdient, weil ich die letzten Wochen so geduldig mit dir war“, kommt es voller Überzeugung.

 

Vor Erstaunen werden ihre Augen kugelrund. Innerlich flucht sie: „MÄNNER!“ - „Du … warst geduldig mit mir? Erklär mir das, bitte.“ Bert beschließt, bei der Wahrheit zu bleiben. „Ich finde, du hast mich die letzten Wochen ziemlich im Trockenen stehen lassen. Das finde ich unfair, denn ich weiß nicht warum.“ Er weiß, dass seine Äußerung gewagt ist. Wie wird Irina reagieren? „Du bringst mit deinen Wünschen mein Seelenleben durcheinander“, antwortet sie ruhig „und erwartest dann auch noch, dass ich mich heißhungrig hingebe?“ Irina hat sich viel mit seinem Wunsch einer weiblich geführten Ehe beschäftigt, nachgelesen und gründlich nachgedacht. Sie weiß, was sie will. „Es war mutig von dir, mir deinen Wunsch zu gestehen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass du selbst nicht weißt, was er bedeutet und vor allem welche Konsequenzen damit verbunden sind. Ich denke, das wirst du ändern müssen. Wie wäre es mit einer Probezeit - ab heute? Bist du damit einverstanden?“ - „Ja, das bin ich.“

 

Irina hat Recht, er weiß wirklich nicht genau, wie eine weiblich geführte Ehe aussehen soll. Er stimmt dem Vorschlag zu, mit der Gewissheit, dass Irina es schon machen wird. Er weiß nur, dass er gehorchen muss. „Gut! Räume den Tisch ab. Wenn das Geschirr abgewaschen ist und wieder im Schrank steht, schreibst du auf, wie du dir die Erfüllung deines Wunsches vorstellst.“ Bert holt tief Luft, er will doch nicht zum Hausmann mutieren. Was denkt sich Irina dabei? „Aber …“ - „Kein aber! Du machst, was ich sage und zwar jetzt!“ Bert grummelt vor sich hin: „Erst nackt in der Ecke stehen und jetzt auch noch abwaschen …“ Was Irina geflissentlich überhört. „Darf ich mir wenigstens was anziehen?“ Es klingt scharf und herausfordernd. „Nein! Wenn du deine Blöße bedecken willst, kannst du dir meine Schürze umbinden.“ Geschockt von der Antwort verkneift er sich jeglichen Kommentar. Bert läuft rot an. Irina kümmert es nicht, ob Bert aus Wut oder Scham so reagiert. Das soll keine Bedeutung für sie haben. Sie weiß einfach, dass sie jetzt konsequent sein muss, wenn diese verfahrene Situation doch noch zu einem positiven Ende gebracht werden soll.

 

Irina seufzt, vor gut zwei Stunden war ihr nur nach heißem wildem Sex und jetzt? Sie wird in der Probezeit sämtliche Raffinessen weiblicher Diplomatie benötigen, ansonsten wird womöglich das Wort Zerreißprobe für ihre Ehe Wirklichkeit. Das will sie mit Sicherheit nicht, sie will auch keine FemDom Beziehung. Bert hat nichts Sklavisches an sich und sie selbst sieht sich absolut nicht in der Rolle der kontrollierenden Ehefrau. Irina liebt ihren Mann so wie er ist. Warum hat sie nur so spontan reagiert? Sie wird diejenige sein, welche … Das ist sie ja so schon immer, aber dann soll sich diese Zeit wenigstens positiv auf ihre Rolle als arbeitendes Haushaltswunder auswirken. Wie steht in den Sternen! Sie muss sich darüber wirklich Gedanken machen. Aus dem „Aufgeschriebenen“ von Bert liest sie nur das heraus, was sie schon weiß. Er hat keine konkreten Vorstellungen und das auch noch in verklausuliertem Anwaltsdeutsch niedergeschrieben.

 

Genervt verdreht sie die Augen.

 

Bert hat sie unter die Dusche geschickt. Das Bild von ihm, nackt unter der Dusche, gibt ihrer Sinnlichkeit lüsternes Futter. Sie will ihn. Das sexy Minikleid trägt sie immer noch. Der Träger befindet sich aber seit dem Kaffeetrinken wieder dort, wo er hingehört. Seinen begierigen Blick, ehe Bert im Bad verschwand, hat Irina wohlwollend registriert. Und sie wird ihn jetzt erst recht verführen. Diese Belohnung hat sie sich für den heutigen Stress verdient. Was ihr Liebster nicht weiß, im Internet fand sie nicht nur Interessantes über eine weiblich geführte Ehe, sondern auch reichlich Erklärungen, wie Mann tickt und Frau das für ihr Wohlbefinden nutzen kann. Ihr Lächeln kann sie kaum zurückhalten, als sie daran denkt, wie sie gestern Nachmittag mit einer Gurke zwischen den Knien die Massagegriffe nochmals wiederholte. Im Buch von Lou Paget steht zwar, man kann einen Dildo nehmen, noch besser wäre aber eine Banane, von der Konsistenz entspräche sie am ehesten dem natürlichen Objekt. Beim Einkauf hat sich Irina dann doch für die schlanke Gurke entschieden. Nur ein passendes Übungsobjekt für die Hodenmassage war ein Problem. Diese Massage stand auch nicht in dem Buch. Sie wird ihrer Intuition vertrauen, die sie bisher noch nie verlassen hat.

 

Im Bad hört Irina Wasser rauschen. Ihr ist so nach … Bert wird überrascht sein.

 

Als sie die Dusche betritt, schaut er nicht besonders freundlich. „Willst du mir heute keine Ruhe gönnen?“ - „Nein, will ich nicht!“, Irina schaut ihn abschätzend an. „Ich muss doch wissen, ob du auch überall sauber bist.“ Spielt sie jetzt mit ihm, oder soll das nur ein Witz sein. Gegen Spielchen hat er heute bestimmt nichts. „Dreh dich um, ich werde deinen Rücken schrubben …“ Vielleicht doch Spielchen? Mit Vorfreude dreht er sich gehorsam um. Oh, sie wäscht ihm wirklich den Rücken. Bert ist enttäuscht. Als er beim Abspülen sanfte Nägel zu spüren bekommt, keimt Hoffnung. Irina lässt ihrer Fantasie freien Lauf. Betont emotionslose Bewegungen wechseln unvorhersehbar mit äußerst sinnlich-aufreizenden ab. Auf das tonlose, „Fertig!“ hat Bert schon länger gewartet.

 

Blitzschnell greift er Irinas Hände, hält sie über ihrem Kopf an die Fliesen gepresst. „Jetzt …“, raunt er heiser, „bist du dran …“ Als seine freie Hand zu ihrem Bauch wandert, kommt der Befehl: „Meine Schnecke fasst du nicht an!“ - „Warum?“, fragt er lüstern, die Hand kurz vor dem Ziel. „Weil …“, sie reckt herausfordernd das Kinn, „ich es so haben will und du gehorchen musst. Du hast es versprochen.“ So ein Biest! Am liebsten würde er sie hoch heben, eindringen und ficken, bis sie vor Lust schreit. Stattdessen sucht er begierig ihren Blick. „Wie du wünschst, meine Liebe, werde ich die Schnecke eben nicht anfassen.“ Irina ahnt, dass er eine List gebrauchen wird. Ihr Liebster ist viel zu geil, um der Forderung nachkommen zu können. Sie kennt ihn doch.

 

Dass sie völlig falsch liegt, merkt Irina mit dem ersten, sanften Ansturm eines Höhepunkts. „Nicht nur du …“, raunt er an ihrem Ohr, „hast dich … schlaugemacht.“ - „Ohh … jaaaaaaa …“, schluchzt Irina, als die Lustwelle sie überrollt. „Soll ich aufhören?“ - „B…bitte …“, mehr kommt ihr nicht über die Lippen. Bert, berauscht von seinem Erfolg mag nicht aufhören. „Hmmh, schön … dann mache ich weiter …!“ Ihn zieht es schon in den Lenden, trotzdem, einige seiner Ideen möchte er doch umsetzen. Er hat alle Zeit der Welt, genießt die Lust und Hingabe zu der Irina fähig ist mit männlichem Stolz, schwelgt in der Befriedigung zu geben. Irina verliert sich zunehmend in ihren Empfindungen und Gefühlen. Sie würde gern flehen, Bert möge nicht so verdammt sanft und langsam sein. Wenn sie drängelt, hört er immer auf! So wie jetzt! Ihr Becken schiebt sich unbewusst nach vorn. Das sanfte Trommeln der Fingerspitzen auf ihrem Schamhügel löst diese Reaktion aus. Weg sind die Finger! Die bohrende Zunge im Nabel lässt Irina erzittern. Dazu streichen die Finger unendlich zart über die Kniekehlen nach oben. Automatisch geht sie ins Hohlkreuz, präsentiert die Brüste einladend für Zärtlichkeiten.

 

Irinas Haut fühlt sich so weich und elektrisiert an. Mit spitzen Lippen schickt Bert seinen Atem auf das heiße, aufgeblühte Schneckchen. Er darf es nicht anfassen. Schelmisch grinst er über ihre sehnsüchtigen Laute, nimmt sie auf, wie eine Droge, von der er nicht genug bekommen kann. Hingegeben an ihre berauschende Wollust, die Arme über dem Kopf, hält sich Irina an der Duschstange fest. Eine einzige betörende Aufforderung weiter zu machen, bis ihre Knie nachgeben. Bert fängt sie auf und trägt sie dorthin, wo es am Gemütlichsten ist. Als er sie sanft auf seinen pulsierenden Schaft sinken lässt, kostet es ihn volle Konzentration, um nicht zu kommen.

 

Irina ist seidig nass und verdammt heiß, schluchzt  vor Verlangen auf, als er langsam von ihr Besitz ergreift. Bert zwingt sich zur Ruhe, hebt ihren Oberkörper, ihren Rücken an seine Brust. Sanft gleiten seine Finger über die verführerischen, weiblichen Kurven. Jedes leise Zittern und Seufzen spürt er an seiner Brust. Jedes Betteln, ist für ihn die Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg ist, bis Irina sich aufgibt, völlig entspannt. Ihn erfüllt stolze Genugtuung sie so weit gebracht zu haben. Das erste Mal, seit sie sich kennen!

 

„Jetzt …“, denkt er, „wird das Feuer sanft geschürt.“ Bert greift zu einer Feder, streichelt damit ihr Schneckchen, den Mittelpunkt ihres Seins. Reizt sanft das sensible Fleisch – immer wieder an der empfindlichsten Stelle. Unverhofft packen Irinas Muskeln seinen Freudenspender, so fest, dass er die Zähne zusammen beißt. Für ihn eine neue Erfahrung, denn er hat sich nicht in ihr bewegt. Liebkosend bedankt er sich bei ihr und macht weiter, als der Druck nachlässt. Heute wird es nicht wild werden, wild, wie Irina es liebt … sondern heiß, heiß wie ein Geisir, ein Hochofen, flüssige Lava. Bert ist sich sicher, Irina wird ihn mitnehmen. Ihre Lust wird seine Lust … Ihre Erfüllung seine Erfüllung … gemeinsames Glück.

 

Das ist es, was er sich wirklich wünscht!

Auch wenn er es auf Umwegen erreicht hat. Irina wird ihm sicher verzeihen.

 

©murr