Der letzte Kunde



© Sinnenflut



„Mann, reg dich endlich ab!“, stöhnt Hannes entnervt über sein Kopfkino.

„Ich hätte jetzt schon gern eine heiße Braut nackt auf mir, wäre tief in der feuchten warmen Grotte.“ Auf diesen Gedanken reagiert sein Stolzer, sein bestes Stück.

Wie bestellt entwickeln sich Bilder in seinem Kopf, dass Hannes flucht. Genau das braucht er jetzt nicht. Bilder von einer schlanken, grazilen Schönen mit zwei echten, strammen Brüsten und einem verführerisch verhangenen Blick. Genau solche, die ihn heiß laufen lassen.

 

Das mit der Liebesdienerin, war wirklich eine Supernummer gewesen.

 

Nur dann ihre Frage, die war nicht so toll: „Machst du das zu Hause auch so?“

 

„Wie meinst du das?“, fragte er etwas verdattert.

 

„Na, die Nummer, die du gerade geschoben hast. Ob du das zu Hause genau so tust, hab ich gemeint.“

 

Frustriert knurrte er: „Wieso? Hat es dir nicht gefallen?“ Misstrauisch geworden, kniff er die Augen zusammen. „Ich hab dich doch vorher gefragt, was du magst. Keine Antwort ist auch eine Antwort! Mir hat´s jedenfalls gefallen! Wie heißt du eigentlich?“

 

Ihr „Doch, doch, mir auch.“, klingt in seinen Ohren nicht besonders ehrlich. Schnippisch wird sie auch noch.

 

„Julia heiß ich! Hast wohl vorhin deinen Verstand schon nach unten geschickt, dass du´s nicht mehr weißt.“

 

„Ich melde mich wieder. Okay für dich?“

 

Als Julia wortlos nickte, verschwand er aus diesem Etablissement.

 

 

 

Entspannt lümmelt Hannes im Sessel. Das tut gut. Nur seine grauen Zellen halten nichts von Entspannung, sie spielen verrückt. Die Frage Julias geht ihm im Kopf herum wie ein böser Geist. Er wusste genau wie frustriert er zu ihr ging, und er kannte auch den Grund. Er fühlte sich verarscht und verraten, weil ihn sein Date wieder mal sitzen lassen hat. Seine entstandene, verallgemeinernde Wut auf Frauen musste dann Julia aushalten. Dazu waren Huren doch da! Oder? Zunehmend wurde er sich bewusst, dass er sich mehr als daneben benommen hatte. Am liebsten würde er sich dafür selbst in den Allerwertesten treten.

 

„Das führt zu nichts, ich muss erst mal raus aus diesem Hamsterrad.“ Halb abwesend greift er zu dem Buch auf dem Teetisch. Das wird sicher wieder so ein schnulziger Schmarrn sein, den seine hoffnungslos romantische Mutter hier vergessen hat. Entnervt zuckt er mit den Schultern. „Egal wie schnulzig - Hauptsache Ablenkung.“ Er beginnt zu lesen. Liest. Das Buch ist spannend. Liest. Ein Fantasy Thriller! Hannes schnauft leise. … Spannend und EXTREM heiß! Liest bis zum lustvollen – ENDE. Sacht streicht seine Rechte über das Cover. So sacht, wie man seine Liebste berührt, um ihr Schauer über die Haut zu jagen.

 

 

Drei Wochen später

 

 

 

Leise dudelt das Radio. Staubkörnchen tanzen im letzten Strahl der untergehenden Sonne, der sich in dem kleinen wohnküchen-ähnlichen Raum verirrt hat. Julia sitzt teilnahmslos auf einem Stuhl, fühlt sich so herrlich mitgenommen, dass sie selbst zum Duschen zu träge ist. Ihr Körper summt immer noch und hält sie in einem betörenden Schwebezustand. Vergeblich versucht sie zu begreifen, was in der letzten Stunde passiert ist. Sie kichert mädchenhaft. „Letzte Stunde ist gut! Es waren eher mehrere!“ Ihr fehlt ein großes Stück vom Film. Sie weiß, dass es aufreizend, zärtlich qualvoll und mehr als heiß war, dass sie aus einem Nichts aufgetaucht ist ...

 

Julia versucht sich zu erinnern.

 

 

 

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Erschrocken fuhr Julia zusammen. Aha, die Neue … Tür zuknallend und laut über die Mannsbilder fluchend kam sie in die Küche gerauscht, fauchte wild:

„Kannst rüber gehen. Der will nur dich ficken. - Dämlicher Hurenbock!“

 

Aus Julias Gesicht schwand jegliches Lächeln.

 „Süße …!“, kam es eisig. „Erstens werden keine Türen geknallt. Zweitens, laut fluchen ist nicht erwünscht!“ Julia ist so wütend, dass sie kaum Luft bekommt. Ihre Stimme schneidet Glas: „Drittens sind Kunden n i e m a l s Hurenböcke! Und außerdem, Süße, mit d e m Gesicht würde noch nicht mal ich dich haben wollen.“

 

Den Stinkefinger und ein gemurmeltes: „Fick dich selber, Schlampe!“, haute sie ihr um die Ohren.

 

Das war zu viel! Wortlos schnappte sich Julia die Sachen der Neuen und setzte sie mit einem Hausverbot vor die Tür. Tief durchatmend klammerte sie sich am Türgriff fest. So ein exzentrisches Biest konnten sie hier nicht gebrauchen! Und sie musste sich beruhigen! Julia zwang sich ein Lächeln ins Gesicht, um sich dem Kunden zu stellen.

 

Als sie ihm dann gegenüberstand, wäre ihr beinahe das Gesicht vor Freude entgleist. Verdammt, der Traum ihrer schlaflosen Nächte! Schade, dass sie nicht in der besten Stimmung war. Seit seinem ersten Besuch hoffte sie täglich ihn wiedersehen zu können.

 

„Bitte entschuldige, dass ich dich warten ließ.“

 

„Hast die schnippische Dame wohl vor die Tür gesetzt?“

 

Julia nickte zaghaft. Das ging ihn eigentlich nichts an.

 

„Julia? So heißt du doch? Ich … ich …“, verlegen schaute er seine Schuhspitzen an. Verdammt, es war schwerer als gedacht. Was sollte sie von ihm halten, wenn er jetzt so schüchtern tat. >>Komm, Hannes, wage wenigstens einmal, du selbst zu sein.<< Denn die Frau, die vor ihm stand, gefiel ihm ausnehmend gut, und er konnte sie einfach nicht vergessen.

 

Julia wartete, schaute sich diesmal den „Helden“ genauer an. Was sie sah, gefiel ihr. Sportlich, muskulös, ein offenes Gesicht und groß, so groß. In ihrem Bauch summt es. Seine schiere Größe brachte sie fast zum Schmelzen. Nein! Das durfte nicht sein! Sie konnte sich nicht in einen Kunden verlieben. Anscheinend hatte ihn ihre schnippische Antwort damals doch nicht davon abgehalten wiederzukommen. Sie freute sich sehr und schüttelte gleichzeitig den Kopf über ihren Unverstand.

 

„Du nimmst meine Entschuldigung nicht an?“, enttäuscht ließ Hannes den Kopf hängen. Sicher hatte er es nicht anders verdient.

 

„Nein, … nein!“, reagierte Julia schnell. Verflixt, sie hatte nicht hingehört. Leichte Röte verzauberte ihre Wangen. „Sorry, aber ich war mit meinen Gedanken woanders … Entschuldige bitte.“

 

Hannes bemerkte ihre Verlegenheit und hakte nach: „Du bist wirklich nicht böse, dass ich letztens wie ein Neandertaler über dich hergefallen bin?“

 

„Nein! Ich bin nicht böse.“

 

Hannes ließ jetzt nichts anbrennen: „Bitte gib mir die Chance, dir zu beweisen, dass ich auch anders kann … Kleines!?“ Schnell hielt er ihr das abgezählte Geld entgegen, sonst könnte sie sich´s noch anders überlegen. Überrascht stellte er fest, er wollte sie um jeden Preis und nicht nur für ein, zwei Stunden. Er wollte sie für immer. Deshalb ist er überhaupt wiedergekommen, zu dieser kleinen Frau, die ihm nur bis zur Brust reicht. Der Frau mit den verführerischen Kurven und den braunen Kulleraugen, die ihn jetzt erstaunt musterten. Für zwei volle Stunden reichte er ihr das Geld.

 

In Ahnung dessen, was sie jetzt erwartete, wurden Julia die Knie weich. Ihr Körper hungerte nach Erfüllung und wirklicher Befriedigung. Das glaubte ihr bei diesem Job eh keiner. Sie hatte schnell lernen müssen, dass käuflicher Sex nichts mit Liebe zu tun hatte. Immer war es ein Spagat, zwischen dem was der Kunde erwartete und ihrem Anteil daran - ohne sich preiszugeben oder gar verletzlich zu zeigen.

 

Letztens kam Hannes so voller Wut.

Trotzdem, ehe Julia es erkannte, war sie nicht mehr in der Lage sich zurückzunehmen. Ihr Tag damals verlief sehr anstrengend und schlauchte. Sie konnte Hannes aber nicht wegschicken, Ärger wäre vorprogrammiert gewesen. Duselig nahm sie also seine Zärtlichkeiten an, ließ sich einfach treiben und genoss das sanfte, sich steigernde Lustgefühl, bis es sich entlud.

 

„Ja, Zuckerpuppe, das wollt ihr Weiber doch nur. Gefickt werden, bis der Arzt kommt!“, knurrend stupste er sie an. „Und wenn ihr genug habt, sucht ihr euch nen Anderen ... aber nicht mit mir!“

 

Sprach er überhaupt mit ihr?

 

Ohne Zögern versenkte er sich bis zum Anschlag. Ihr Schrei war mehr Überraschung, so überwältigend und vollständig nahm er sie in Besitz. „Ja, schrei, das ist Musik in meinen Ohren. Ich möchte dich vor Lust schreien hören.“

 

„Oh, Gott!“, entwich ihr stöhnend, als sie wieder Luft bekam.

 

Sein leises Lachen und die flüsternde Stimme hatte sie immer noch im Kopf.

 

„Ich bin nicht Gott!“, Ein gezielter Stoß. „Sondern … ich bete zu ihm … er soll mir die Kraft … geben …“, langsam zog er sich zurück, „… dich im Engelschor mitsingen zu lassen, wenn sie die Sterne anbeten!“ Es war wild gewesen, herrlich berauschend und explosiv. Von wegen Neandertaler!

 

 

Wie würde es erst sein, wenn er Julia verwöhnte? Entschlossen gab sie Hannes die Hälfte des Geldes zurück. „Das ist dafür, dass du gewartet hast. Und … für deinen Mut zur Entschuldigung. Ich komm gleich wieder, will nur schnell duschen.“

 

„Nein, bleib hier!“, Mit schnellen Schritten stand er hinter ihr, fasste besitzergreifend um Julias Hüfte. „Bitte … bitte nicht duschen … du riechst so … verführerisch … erwartungsvoll …“ Zärtlich streiften seine Lippen über ihren Nacken.

 

Julias Minirock rutschte über die Hüfte. Sie kickte ihn beiseite und seine Hand ruhte gelassen mit leichtem Druck auf ihrem Dreieck. Ohh! Überraschung! Er wollte heute wirklich sanft sein. Leises unwilliges Knurren entwich ihr, als er die Hand wegzog.

 

Lüsternes Lachen an ihrem Ohr, ehe sich die freche Zunge hinein schlängelte.

 

Genussvolles Seufzen entschlüpfte ihrer Kehle.

 

„Ja, Kleines, genieße - lass dich treiben!“ Er nahm sie zum Sessel mit, auf seinen Schoß. „Du hast wunderschöne Brüste, genau die richtige Größe für meine Hände.“ Genießerisch lagen seine gewölbten Handteller auf den kecken, durch das Top stupsenden Knospen, und massierten in kleinen, sanften Kreisen.

 

Hatte der Mann eine Geduld. Jede Bewegung seiner Hände spürte sie in ihrem Unterleib. Zusammen mit diesen kleinen Frivolitäten an ihrem Ohr führte er ihren Körper zu unkontrollierbaren Reaktionen. Das brauchte sie heute wirklich! In ihr war diese unruhevolle Spannung, Ergebnis erzwungener Zurückhaltungen.

 

„Soll ich aufhören?“

 

Halb schluchzend presste sie ein „Nein“ hervor.

 

„Hm, wollte ich auch nicht! Hab doch versprochen, dich zu verwöhnen.“ Jedes Zittern und Stöhnen genoss Hannes wie der Kenner eines guten Weins. Nie hätte er gedacht, sie zu solcher Hingabe verführen zu können. Sie begann zu zittern, bis sie fast von seinen Knien rutschte. „Bist du schon heiß Kleines?“

 

Flehendes Wimmern.

 

„Du weißt es nicht? … Ich schau selber nach …“ Langsam schob er seine Hand über den Bauch in ihren Slip. „Oh, Kleines …“ Zufriedenheit mit einem Schuss männlicher Arroganz lag in seiner Stimme. „Du bist pitschenass … läufst schon über.“ Langsam erkundete er die heiße schlüpfrige Spalte.

 

Julias Lustknospe fühlte sich prall und hart an.

 

Als er sie sacht berührte, wurde er mit einem tiefen, kehlig heiserem Stöhnen belohnt. Er spürte die wachsende Begierde in ihrem Körper, aber er würde sie noch weiter verwöhnen. Jegliche Distanz sollte verschwinden. Sie würde nur ihm gehören! Erbittert kämpfte er gegen seine eigene Begierde, gegen das heiße Pulsieren in seinem Schwanz. Es schmerzte.

 

Julia konzentrierte sich auf ihre Atmung, es lenkte von der animalischen Wollust zwischen ihren Beinen ab. Seine Berührungen, zart wie ein Hauch, wurden immer quälender, fast göttlich schmerzhaft. Rau zwängte sich die angehaltene Luft durch ihre Stimmbänder, als der Kontakt abbrach. Über den Verlust hätte sie fast geweint. Sie wollte mehr davon!

 

„Dreh dich um!“ Ein sanfter Befehl. „Ich möchte in deine schönen Augen schauen, deine Lust darin sehen …“ Er hatte sein Shirt ausgezogen, hielt sein eigenes Verlangen immer noch zurück. Julia lief das Wasser im Mund zusammen. Gut ausgeprägte Brustmuskeln und ein steinharter Sixpack. Sie wollte kosten, lecken, beißen. Das Verlangen danach war groß. Der Kerl grinste sie an, legte ihre Schenkel über die Sessellehnen, schleuderte ihr Top auf den Boden, griff ihre Backen und zog sie langsam nach vorn. Ihr Gewicht presste die heiße Mitte auf seinen, immer noch verhüllten, Schaft.

 

Sie wollte ihm nur noch die Hose von Leib reißen und ihn reiten, reiten, reiten bis ihm Hören und Sehen verging.

 

Er aber hielt Julia in dieser Position fest, genoss ihre Erregung, den verschwommenen, lustvollen Ausdruck in ihren Augen. „Sitz still!“ Ein befehlendes Knurren. „Oder soll ich aufhören? Wird es dir zu viel?“

 

Julia atmete tief ein, um das Zittern zurückzuhalten und schüttelte den Kopf. In ihrem bisherigen Leben hatte noch nie ein Mann sie so sanft, einfühlsam und konsequent die herrlich süßen Qualen körperlicher Lust spüren lassen. Sie wollte nicht aufgeben, sondern ihre Grenzen kennenlernen! Schon bei ihrem ersten Beisammensein war sie auf ihre Kosten gekommen und hat seitdem gebetet, ihn wieder treffen zu dürfen. Und … jetzt das! Sie war ihm unwiederbringlich verfallen, wollte ihn endlich in sich spüren. Seine Härte, die sie lustvoll und vollständig ausfüllen würde. Diese Qual ließ sie schluchzen, stöhnen, wimmern.

 

Er würde sie weiter treiben, noch hatte er seine eigene Erregung im Griff. Unglaublich! „Deinen süßen Mund durfte ich noch nicht kosten, Kleines … küss mich!“ Diabolisch lächelnd senkte Julia ihre Lippen auf seine Brust, hinterlies eine feuchte Spur über seinen Hals, ergötzte sich an seinem stoßweisen Atmen, ehe sie ihn mit verruchtem Blick fixierte und langsam, ganz langsam seine Lippen streifte, begann ihn zu erkunden. Ihr schlechtes Gewissen hatte keine Chance, von wegen „Kunden küsst man nicht“. Hannes war für sie kein Kunde mehr. Als sie ihn freigab, lächelte er sie an.

 

„Du schmeckst köstlich und sanft. Ich möchte …“, einen Hauch von ihrem Mund entfernt, „in deinem Mund ertrinken …“ Dann küsste er sie, verlangend, intensiv betörend, bis sein Atem zu ihrem wurde. Seine Hand zupfte eine Brustknospe, ließ sie sanft durch die Finger schnipsen, fordernd, nicht grob, bis sich ihr Schrei in seinen Mund ergoss.

 

In ihrer Ekstase warf sie den Kopf zurück, präsentierte ihre Brüste.

 

Hannes presste Julia gegen seinen Schwanz, um sich selbst zu disziplinieren und saugte kräftig die rosenrote Spitze in seinen Mund.

 

Ein zweiter Schrei zerriss die Luft. Schwer hoben und senkten sich ihre prallen Brüste. Ein äußerst erotischer Anblick. Hannes konnte nicht widerstehen, saugte genüsslich die vernachlässigte Knospe ein, umspielte sie mit der Zunge und drehte sie sanft zwischen den Lippen. Julias Keuchen wurde zum Ächzen … zum rauen, heiseren Stöhnen ... zum gutturalen, tief aus dem Inneren kommenden Laut.

 

Hannes, sehr zufrieden mit sich, legte Julia sanft auf dem Bett ab, hauchte einen Kuss auf ihren Mund, murmelte: „Meine Kleine, du erotischste aller Frauen … ich könnte dich von Kopf bis Fuß abschlecken, anknabbern … auffressen … du bist der blanke Wahnsinn!“

 

Julia versuchte träge ihre schweren Lider zu öffnen. Darauf schien Hannes gewartet zu haben.

 

„Geduld, ich bin noch nicht fertig mit dir!“ Genüsslich erkundete er ihren Körper bis zu den Zehenspitzen, schob ihre Beine auseinander, bewunderte ihr Kleinod, verwöhnte die Blütenblätter.

 

„Ich muss dich kosten … Kleines!“

 

Julia keuchte bei der ersten Berührung. Gnadenlos zwischen seinen Händen gefangen, stupste er die Zungenspitze sanft und so stoisch wie ein Metronom auf die empfindsame Perle.

 

Empfindungen übernahmen die Regie über Julias Körper, der von träger, brennender Hitze durchflutet wurde. Alle Synapsen richteten sich an ihrem empfindlichsten Punkt aus, nährten sich gierig an dieser Quelle, saugten Lust und Begierde in jede Zelle. Sie empfand fast körperloses Schweben. Die Erlösung kam unerwartet mit einem frechen Finger, der Feuerwerksraketen durch ihren Körper jagte und jedes noch so kleine Zipfelchen explodieren ließ.

 

Als er später in sie kam, gab es keine Gedanken mehr, nur noch unsagbaren Genuss und Lust, Lust, bis das Universum sie verschlang.

 

 

 

Mühsam nahm Julia ihre Umgebung wieder war. Blinzelte benommen. Sah immer noch Sterne. Hannes strahlte sie an.

 

„Kleines!“ Ihm versagte fast die Stimme. „Du Süße, ich würde gern weitermachen …“

 

Julia riss ihre Augen auf, zu mehr reichte ihre Kraft nicht.   

 

 „… zu Hause, in meinem Bett. Kommst du … mit?“

 

Julia wurde heiß, die Augen strahlten vor Glück. Er wollte sie!

 

„Ich deute das als JA! Du machst mich zum glücklichsten Mann der Welt!“

 

 

 

Julia tauchte auf aus dieser überwältigenden Erinnerung. Sie sollte jetzt ihre sieben Sachen zusammenpacken. Hannes würde gleich aus der Dusche kommen. Da hatte er sie nicht mit hinein genommen. Er wollte den sinnlich, verführerischen Duft an ihrem Körper mit nach Hause nehmen.

 

Die Schmetterlinge in ihrem Bauch flatterten schon wieder wenn sie nur an den Rest der Nacht dachte. Guter Sex war in ihren Augen nicht der schlechteste Ausgangspunkt für eine ernsthafte Beziehung. Julia schmunzelte.

 

Zu Hause würde sie Hannes verführen. Und … wie!!!

 

Ihren Hannes!

 

Ihren wirklich letzten Kunden.

 

 

 

© murr