Das kleine... Extra

Ruhig und entspannt liege ich auf dem wundervoll warmen, tragenden Thermalwasser. Leise Musik und gedämpfte Farbspiele unter der Kuppel wirken entspannend und beruhigend. Der geschlossene Raum um das große runde Becken vermittelt Geborgenheit.

 

Meine zehn Bahnen habe ich vorhin schon absolviert und nun entspanne ich mich genussvoll. Ewigkeiten könnte ich so auf dem Wasser liegen, die Augen zu und vor mich hin träumen. Vorhin habe ich ein Pärchen beobachtet. Sie kamen leise kichernd in das Becken, tauchten wohlig ein in das schwere, warme, salzige Wasser. Dann trieben sie dem Beckenrand zu, trafen sich und verschmolzen so weit es die Öffentlichkeit zuließ. Ich wollte nicht zuschauen, legte mich auf das Wasser.

 

Die erotisierende Wirkung von Thermalwasser ist mir nicht unbekannt. Meine Beobachtung verleiht mir noch einen besonderen Kick. Ich zwinge mich, nicht zu träumen, sondern nur still und entspannt zu warten. Mein wachsendes Verlangen schicke ich dahin, wo es hin gehörte, wo es am besten aufgehoben und abrufbereit ist. Trotz allem flattert in meinem Bauch ein Schwarm Schmetterlinge. Diesen Zustand liebe ich! Ganz langsam wächst die Erwartung, die Spannung auf eine heiße Begegnung.

 

Ein leise gemurmeltes „Nicht erschrecken... !“ Achtsame Hände an meinen Schultern. Sie massieren sanft meinen Hals, die Kopfhaut, wandern zum Gesicht. Mein Schatz hat mit Bahnen schwimmen aufgehört und mich gefunden! Sanft berühren seine Lippen meine Nasenspitze, die Hände öffnen das Bikinioberteil. Ich werde über das Wasser geschoben, in einen dunkleren Bereich. Das Bikiniteil landet auf dem Beckenrand. Meine Zehen schiebt er unter das umlaufende Geländer. Sanft aber bestimmt beginnen seine Hände meinen Körper auszustreichen. Von den Händen und Armen zu den Beinen.

 

Die Rückenmuskulatur, die Schultern und sanftes, vorsichtiges Kreisen auf dem Bauch. Fingerspitzen umkreisen die Brüste konzentrisch in Richtung Knospen, berühren diese leicht... Wohlig und entspannt liege ich auf dem Wasser und überlasse mich diesem sinnlichen Genuss. Mein Schatz liebt es, mich auf diese Weise willenlos zu machen, dabei genießt er in vollen Zügen meine Wandlung von der taffen Businessfrau zu einer sich hingebenden sinnlichen Evastochter. Mit unendlicher Geduld und Hingabe widmet er sich diesem Vergnügen. Freut sich an jedem leisen Stöhnen, Beben, Zucken. Dabei ist er sanft, seine Berührung oftmals nur ein Hauch. Besonders damit jagt er mir lustvolle Schauer durch den Körper, dass es kaum auszuhalten ist. Noch nie hat er gezogen, gekniffen, gebissen oder kräftig gesaugt, immer nur sanft, sanfter, am sanftesten, bis Raum und Zeit verschmelzen. Ich vertraue ihm bedingungslos, gehe gern mit ihm den langen Weg sinnlicher Leidenschaft, bis zum Erreichen der Auflösung im Licht.

 

Als mein Körper des erste Mal heftig bebt und ich stöhne, höre ich seine Stimme aus weiter Ferne. „Liebling, nicht so laut, die Leute...“ Mir sind die Leute so was von egal, nur mein Genuss ist mir wichtig. Sacht legt er meine Beine um seine Hüften, hebt meinen Oberkörper hoch und lässt mich nach untern gleiten. Geschickt hat er meinen Zwickel beiseite geschoben, so dass ich langsam seinen Schaft in mir aufnehme. Mein wohliges Stöhnen wird von seinem Kuss gedämpft. „Liebling, du kannst hier nicht stöhnen, bitte?!“

 

Mein verschwommener Blick streift über das Becken: „Keiner da... hmmmmm“, schon habe ich mich an seinem Mund festgesaugt, lasse die Zunge tanzen. Er hält meine Hüfte fest, drückt sie nach unten. Irgend etwas ist anders als sonst. Aber es ist so geil, dass ich nicht weiter nachdenke.

 

Unsere Münder verschmelzen, eine Hand hält mich, die andere streichelt zart eine Brust und sein Penis füllt mich aus, bis zum letzten Hauch. Ich bin hin und weg. „Oh, Schatz, du bist ein Zauberer! Mache weiter, bitte!!!“ „Ja, Liebes, aber nur, wenn du versprichst, auch leise zu sein...!“ „Ich... geb´ mir Mühe... hgrrrrrr,“ schnurre ich ihm ins Ohr. Beim ersten Auftritt seines Freundes, einem heftigen Trommelwirbel, fahre ich hoch, reiße die Augen auf, den Mund und unterdrücke gerade noch einen Schrei. „Liebes, ganz locker, keine Angst... ich halte dich!“ Beim nächsten Wirbel sacke ich zusammen, presse die Lippen und Augen zu. „Sch... ganz ruhig, entspann dich... bleib locker... du wirst es genießen... ich tue nichts weiter, lasse nur meinen Freund tanzen...“

 

Dann beginnt sein  süßer Taktstock zu tanzen! Erst langsam, zart klopft er an. Er wird kraftvoller, schneller... nimmt sich zurück, beginnt neu! Vergleichbar mit Ravels „Bolero“ sich zurücknehmend und trotzdem weiter steigernd.  Nach und nach übernimmt mein Körper den Rhythmus, beginnt, mit zu schwingen. Ich konzentriere mich auf eine gleichmäßige, tiefe Atmung und darauf, dass kein Laut über meine Lippen kommt. In einer kurzen Atempause muss ich doch fragen. „Schatz! ... was ist das,... es ist so anders?“ Er kichert nur. Der folgende Trommelwirbel lässt mich heftig nach Luft schnappen. Seine Zunge fährt in mein Ohr. „Gefällt es dir...?“, Trommelwirbel! „Das hast du mir... letztes Weihnachten... geschenkt... weißt du das nicht mehr?“, erneutes Trommeln, ich breche fast weg. „Ich finde es gut... vor allem die Wirkung bei dir!“ Ganz leise beginne ich vor Lust zu wimmern. „Sch... sch... bitte nicht das Bad zusammenschreien... sonst lassen sie uns nicht mehr rein... ich liebe DICH!“, stöhnt er mir ins Ohr.

 

Er beginnt das letzte Drittel des „Boleros“. Ich beiße in meine Faust, dann in seine Schulter, kralle mich an ihm fest, kann nicht weg. Mit Kraft hält er meine Hüfte bewegungslos, fordert von mir das Letzte. Dass ich mich nicht bewegen kann, keinen Laut von mir geben darf lässt, mich fast wahnsinnig werden. Ein schweres Stöhnen kann ich doch nicht unterdrücken, als in meinem Kopf das grelle Licht alles überstrahlt und ich benommen an seiner Schulter zusammensinke. Sanft, aber bestimmt hält er mich und lässt meine immer wieder aufkommenden, krampfenden Zuckungen über sich ergehen. Hält mich aus, streichelt meinen Rücken, küsst begeistert Gesicht und Hals.

 

Als ich die Augen wieder aufbekommen, schaue ich ihn an und meine: „So, so mein Weihnachtsgeschenk... und ich dachte, du traust dich nicht, hast es einfach in der Versenkung verschwinden lassen.“ „Ich habe es ja auch erst mal weggeräumt, wusste ja nicht wie das Ding funktioniert. Na ja, ich war auch nicht besonders begeistert, als wenn ich solche Dinge nötig hätte! Vorige Woche habe ich es durch Zufall wieder in die Hände bekommen, den Packzettel gelesen und dachte, ich probier es heute einfach mal aus. Eine günstige Gelegenheit, wo du es nicht gleich merkst.“ Ein schiefes, verlegenes Lächeln begleitet seine Worte.

 

Männer! Ich muss lachen! Sie sind doch sonderbare Geschöpfe. Warum vertrauen sie uns Frauen nicht? Warum verstehen sie so selten, dass wir Frauen manchmal einfach nur eine Quelle für Lust sein wollen, die aus Ruhe und Gelassenheit entspringt. Mein Schatz muss erst durch Zufall entdecken, wofür ein Eichelring mit großer Kugel und Noppen gut ist. Das viele Geld, welches das Schmuckstück kostete, tut mir nun nicht mehr leid. So wie mein Liebster jetzt aussieht, ist ihm die Aktion im Thermalbecken auch gut bekommen.

 

Für mich war es jedenfalls Genuss pur und das, denke ich, bestimmt nicht zum letzten Mal!

 

© murr