Erwin

Inspiriert von Gewitternacht von Duncan Twins

- Mit freundlicher Genehmigung -


 

Thomas sitzt an seinem Schreibtisch und ist noch ganz überwältigt und durcheinander von den Erlebnissen des Tages. Langsam wird ihm bewusst, dass ein weiterer Lebensabschnitt Vergangenheit ist. Heute wurden die Abi–Zeugnisse feierlich überreicht. So ganz hat er das noch nicht realisiert. Vor den Ernst des Lebens, den Studienbeginn, hat er den Spaß gesetzt. Heute Abend den Abschlussball und dann Ferien, endlich eine wohlverdiente Ruhepause. Mit dem Ergebnis seines Abschlusses ist er sehr zufrieden. Der Drittbeste des Jahrganges, das erfüllt ihn mit Stolz. Gestern hatte er mit Tante Anna telefoniert und Bescheid gegeben, dass er beabsichtige, am Freitag der kommenden Woche wieder, wie immer in den großen Ferien, ihre Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen. Tante Anna ist die langjährige Busenfreundin seiner Mutter. Für ihn eine Art Ersatztante, da er keine echte Tante hat.

 

Außerdem freut er sich auf Jule, ihre Tochter. Sie ist inzwischen 16, endlich in einem  Alter, um mit ihr richtig einen auf cool zu machen, abzuhängen und abzutanzen. Sie war für ihn zu einem wirklich heißen Girlie geworden - jedenfalls gefiel ihm, was er auf ihrem letzten mitgeschickten Foto sah. Ob sie mitmachen würde? Er gehört eigentlich nicht zu den Aufreißertypen, ist eher schüchtern, vorsichtig. Trotzdem interessiert ihn alles über Mädchen und was damit zusammen hängt. Seine Schulfreunde schwelgten oft in ihren angeblichen Erfahrungen mit Mädchen. Sie verglichen unter der Dusche ihre Männlichkeiten und gaben an, wie die Weiber darauf abfahren würden. Jede Eroberung wurde genauestens analysiert und bewertet. Überbewertet wurde immer nur der eigene Erfolg. Das mochte er nicht und hielt sich aus solchen Prahlereien raus. Er empfand das Verhalten seiner Schulfreunde als unangebracht, peinlich und abwertend gegenüber den Mädchen.

 

Er mag seinen Erwin schon, unterhält sich sogar mit ihm über Mädchen. Träumt mit Erwin, was man mit ihnen tun könnte. Seine Gedanken dazu entspringen nicht der Erfahrung, sondern angelesenem Wissen. Es kam schon einige Male vor, dass Erwin dem Reiz eines Mädchens folgte und Thomas damit quälte. Bis Thomas leise Zwiesprache mit ihm hielt und beide von ihrer Not befreite. Jule findet er inzwischen sexy, er kennt sie, empfindet nicht solche Hemmungen und das Entscheidende, er ist der Ältere.

 

Am Freitag, seinem Anreisetag, steht er am späten Nachmittag mit dem Rucksack in Tante Annas Blumenladen und begrüßte sie freudestrahlend. „Guten Tag, Tante Anna, ich freue mich, hier zu sein. Du bist beim Einräumen? Ich stell nur meinen Rucksack hinter und helfe dir.“ - „Hallo, Thomas, mein Lieber. Ich freue mich auch, dass du wieder bei uns Ferien machen wirst. Es ist lieb, wenn du mir hilfst, dann bin ich schneller fertig. Sonst hat mir Hans geholfen. Manchmal schmerzt es immer noch, ohne ihn auskommen zu müssen.“  Da er Anna liebt wie seine Mutter, denkt er sich nichts und gibt ihr einen herzhaften Kuss auf die Wange, „He! Jetzt bin ich da und werde dir helfen. Wirst sehen, wir sind ganz schnell fertig.“ Als Anna die Ladentür abschließt, fragt Thomas nach dem, was ihm im Herzen brennt: „Wo ist eigentlich Juliane, ich habe sie noch nicht gesehen?“ - „Jule kommt erst am Sonntag wieder. Sie ist mit der Klasse auf Abschlussfahrt. Wirst du es bis dahin mit mir altem Weib allein aushalten?“, fragt Anna ihn lachend. „Aber immer doch! Außerdem… du bist doch jünger als Mutti?“ Dabei schaut er sie prüfend an - nimmt sie plötzlich als Frau wahr, staunt, wird rot.

 

Geschafft! Denkt Anna. Schön, dass Thomas da ist und mir geholfen hat. Früh und abends ist es doch immer wieder eine echte Plackerei mit dem Ausstellen und Einräumen. Wie er mich anschaut, so anders als sonst. Was ist mit ihm los, er wird ja rot bis in die Haarwurzeln. Er ist im letzten Jahr gewachsen, kantiger, erwachsener geworden. Das ist ja ein richtiger Mann geworden! Schnell ordne ich neben mir einige Blumen, um ihn nicht ansehen zu müssen. Thomas hat mich als Frau wahrgenommen. „Das kann nicht wahr sein! Das träumst du nur!“ Meine Gedanken schlagen Purzelbäume. Trotzdem flattern plötzlich kleine zaghafte Schmetterlinge in meinem Bauch. „Anna, reiße dich zusammen! Du bist zwar seit vier Jahren Witwe, aber auch 37 Jahre alt und er gerade achtzehn!“ Das Gefühl verunsichert. Ich weiß gar nicht mehr wie das ist - Schmetterlinge im Bauch. Die letzten Jahre habe ich für Jule und unseren Unterhalt gelebt, alles andere verdrängt. Was ich im Moment fühle, tut so gut! Ich muss es ihm ja nicht erzählen. Mit meinem bezaubernsten Lächeln im Gesicht drehe ich mich um und schaue Thomas in die Augen. Sichtlich verwirrt weicht er meinem Blick aus, greift seinen Rucksack und läuft nach oben. Das Gästezimmer kennt er ja. Es ist alles vorbereitet. Langsam folge ich und gehe in die Küche, um das Abendessen anzurichten. Thomas bleibt verschwunden.

 

Oh, Mann ist das peinlich. Diese schlanke, vollbusige, reife Frau ist seine Tante Anna und er bekommt einen Ständer, dass es schmerzt. So schlimm war es noch nie. Er flüchtet ins Gästezimmer und hofft, dass sie nicht hinterher kommt. Aber das hat sie noch nie getan, immer vorher angeklopft und gewartet, bis er „Herein“ sagte. Sein Rucksack fliegt in die Ecke. Als er das Gefühl hat, allein zu bleiben, schimpft er nicht weiter mit Erwin, sondern legt sich aufs Bett, befreit seine Männlichkeit und streichelt sich. „Ach Erwin, was machst du für Sachen mit mir! Du kannst doch nicht einfach so geil auf meine Tante sein. Das geht doch nicht! Stimmt, sie ist eine schöne, attraktive Frau. Schlank wie ein junges Mädchen, fast zierlich, wenn da nicht diese großen, leckeren Brüste wären und ihre fraulichen Rundungen. Oh ne Kleiner! Das geht nun mal gar nicht! Nicht noch schärfer werden! Ich kann dich nicht weiter streicheln! Wenn ich dich jetzt zum Abschuss bringe, schreie ich das Haus zusammen!“ Im Bad rauscht die Dusche. Das ist die Lösung. Schnell verpackt er Erwin, als er hört, wie Anna das Bad verlässt. Er fragt sie, wann es Abendessen gibt und ob er vorher noch duschen kann. Unter dem kalten Wasser beruhigt sich Erwin soweit, dass er ihm ohne große Probleme Erleichterung verschaffen kann. Als er aus dem Bad kommt, ruft Anna zu Tisch. Der Abend verläuft ruhig, er bleibt es auch und Thomas ist froh darüber. Unter dem Vorwand, noch lesen zu wollen, geht er zeitig in sein Zimmer.

 

Anna verrichtet noch einige Arbeiten in der Küche, nachdem Thomas verschwunden ist. So unruhig war ich schon lange nicht mehr! Ich würde am liebsten raus, ein Stück laufen. Das kann doch nicht der Junge sein! Außerdem ist es der Sohn meiner besten Freundin! Ihr kann ich doch so etwas nicht antun! Das gehört sich nicht! Andererseits - ist er nicht mit mir verwandt. Soll ich die riesige Beule in seiner Hose einfach übersehen?

 

Sie steht am Fenster, starrt hinaus und langsam, ganz still, laufen ihr dicke Tränen über die Wangen. Ihr wird bewusst, dass sie seit Hans keinen Mann mehr an sich gelassen hat, sich auch nicht dafür interessierte. Der Schmerz trifft sie mit solcher Wucht, dass sie aufschluchzt. Leise geht sie in ihr Zimmer und weint sich still in den Schlaf. Ein ohrenbetäubender Knall lässt sie mitten in der Nacht aufgeschreckt hochfahren. Gleich darauf blitzt es und der Donner folgt augenblicklich. Noch regnet es nicht. Zitternd sitzt sie in ihrem Bett. Ihre Phobie hat sie voll im Griff… und Jule ist nicht da! Nach dem nächsten Blitz schreit sie gellend. Sie kreischt in wilder Panik und hört nicht mehr auf.

 

Thomas liegt nackt unter seiner Decke, die Hand immer noch auf Erwin, als auch ihn der gewaltige Donner weckt. Das Gewitter muss direkt über ihnen sein. Es wundert ihn nicht, denn der Tag ist sehr schwül gewesen und ein Sommergewitter lag schon am Nachmittag in der Luft. Dann hört er Anna schreien und kreischen. Entsetzt springt er, so wie er ist, aus dem Bett und stürzt in Annas Zimmer. Zitternd und hysterisch kreischend kauert Anna in ihrem Bett. Bestürzt setzt sich Thomas zu ihr auf die Bettkante, fasst sie an den Schultern und streichelt sie besorgt. „Anna, was ist denn los, was hast du?“ - „Ich... ich, fürchte mich... so... so sehr... vor Gewitter...“, stößt sie schluchzend hervor. „…und... Jule, ist... ist nicht da!“ Als es wieder kracht schlingt sie voll panischer Angst ihre Arme um seinen Hals, weint und zittert. Thomas versucht sie zu beruhigen so gut er kann.

 

Er erzählt über elektrische Ladungen, Naturgewalten und Sicherheit durch Blitzableiter. Er kramt nach und nach sein Physikwissen über Gewitter hervor. Dabei streichelt er beruhigend über Annas Rücken, hält das zitternde Bündel Frau in seinen Armen. Von ihrer Schwere wird Thomas immer weiter nach unten gezogen. Er gibt einfach nach, legt Anna hin und da sie sich immer noch ängstlich an ihn klammert, sich daneben. Spendet ihr mit seinem Körper und Händen Trost. „Anna! Nicht weinen, Anna! Ich bin ja bei dir! Es passiert nichts... Schsch... Du bist nicht allein! Ich bin ja da... Schsch... Sei lieb,...  Anna, beruhige dich bitte!“ Er drückt sie fest an sich, küsst wie selbstverständlich ihre Schläfen, streichelt ihren Rücken, den Po, spürt ihre Wärme - und erschrickt über Erwin.

 

Auch das noch! Anna beruhigt sich ein wenig. Die Wärme seines Körpers empfindet sie als wohltuende vermittelnde Sicherheit. Hart spürt sie seine Männlichkeit an ihren Schenkeln. Ihre Sehnsucht und die Schmetterlinge kämpfen gegen die Bösartigkeit der Phobie, schieben sie immer weiter aus ihr hinaus. Der nächste krachende Donnerschlag macht alle Bemühungen von Thomas, Anna zu beruhigen, wieder zunichte. In der Nähe muss es eingeschlagen haben!

 

Er zwingt sich, ruhig zu bleiben und seine Ruhe an Anna weiter zu geben. Annas reife Weiblichkeit treibt ihm Hitze in den Leib, weckt heißes Verlangen. Er streicht Anna übers Haar und beginnt sie zu küssen, die Schläfen, die Wangen, ihren Hals... ihr Gesicht. Er findet den Mund und ertrinkt in Annas hemmungslos verlangenden Kuss. Was dann geschieht, entzieht sich seiner bewussten Wahrnehmung. Alles geht wie von selbst. Dieser bebende Frauenleib zieht ihn an...  und sie sich aus. Er fühlt Haut, weiche, füllige Brüste, harte Knospen. Ihre Hand an dem stolzen Erwin und dann... feuchte, enge Glut.

 

Anna sitzt auf ihm, bewegt sich. Sein Erwin wächst, weiter als er es sich je vorgestellt hat und noch mehr. Als er seinen Point of no Return erreicht, reißt es ihn förmlich auseinander. Er keucht, jappst, schreit und Anna mit ihm.  Sie sinkt auf seinen Oberkörper. Er hält sie zärtlich fest, küsst alles, was er von ihr erreichen kann. Als Erwin sich wieder meldet dreht er sich um, kniet sich zwischen ihre Beine. Er hört noch wie sie „Mach langsam!“ sagt. Dann bewegt er sich, als wäre es nicht das erst Mal. Ihr „Langsam!“ war angekommen, wird umgesetzt... Als er merkt, wie sich Anna erneut einem Höhepunkt nähert, bleibt er in seinem bedächtigen Rhythmus, bis es nicht mehr auszuhalten ist. Dann tobt er los! Anna stöhnt laut... später schreit sie in ihrer Erlösung.

 

In dieser Nacht lieben sie sich noch mehrere Male, bis die erste Morgendämmerung ins Zimmer kriecht. Sie sprechen kaum ein Wort. Es ist nicht notwendig. Ihre Körper haben sich gefunden und feiern den Reigen der Vereinigung in immer wiederkehrender Lust. Zwei Wochen lang lieben sie sich jeden Tag, bis sie vor Erschöpfung einschlafen. Anna ist eine einfühlsame, geduldige Lehrerin in Sachen „Liebe-Machen“. Er lernt viel in dieser Zeit, reift zu einem jungen, doch erfahrenen Mann. Sein Interesse an Jule ist vollkommen verschwunden. Er behandelt sie weiterhin wie eine kleine Schwester.

 

Für die Prahlereien seiner Schulfreunde hat er nur noch ein müdes Lächeln übrig. Weiß er doch jetzt, dass Mann Frau genießt... und schweigt! Sein Studienort ist nur 50 Kilometer von Anna entfernt und er freut sich schon auf seinen nächsten Besuch. Was ihn besonders beglückt ist, dass dieser Hinweis von ihr selbst kommt. Zum Abschied sind beide traurig, aber nicht untröstlich. Er gibt Anna einen innigen Kuss und bittet sie, für seinen nächsten Besuch schon mal vorsorglich ein Gewitter zu bestellen. 

 

© murr                                                                                       Ihre Meinung?